Ausstellungen und Veranstaltungstips

„WOLFSKINDER“ :

AUF DEM BROTWEG VON OSTPREUSSEN NACH LITAUEN 1945 – 1948

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Diese Ausstellung wurde im Juni 2017 im Parlament in Vilnius/Wilna zum ersten Mal gezeigt. Seitdem sind die, vom Leidensweg einzelner Wolfskinder, zeugenden 22 Schautafeln und 10 Monitore in vielen europäischen Stationen gezeigt worden – und nun auch im Parlament des Landes Brandenburg!  

Eröffnet wurde die Schau im 100. Jahr der Unabhängigkeit Litauens durch Vizepräsident Dieter Dombrowski. Es sprachen der litauische Botschafter in Deutschland S.E. Darius Jonas Semaška. Er wies u.a. darauf hin, dass „in den deutschen Gebieten jenseits der Memel im 16. Jahrhundert das erste litauische Buch gedruckt wurde. Dort wurde zum ersten Mal die Bibel ins Litauische übersetzt und die erste Grammatik der litauischen Sprache verfasst. In Königsberg wurde auch das erste klassische Werk der litauischen schöngeistigen Literatur geschrieben, das Poem „Die Jahreszeiten“ von Kristijonas Donelaitis.“ Mit den Worten „Ich bin zuversichtlich, dass auch die Ausstellung über die Wolfskinder zu einem noch besseren Verständnis und Annäherung zwischen unseren beiden Völkern beitragen wird“, schloss er sein Grußwort ab.

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Mit bewegenden Worten sprach Olaf Pasenau, eines von drei „Wolfskindern“, die heute in Brandenburg, Kreis Oberhavel, leben. Als junger Mensch führte er den Namen Jonas Balsys.

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Für etwas Essbares, und war es noch so wenig, legten die Kinder viele Kilometer zurück und bekämpften sich untereinander erbarmungslos. Hunger und Angst waren die ständigen Begleiter ihrer Kindheit. Tausende Kinder, Halbwüchsige mit kleinen und kleinsten Geschwistern im Alter von zwei, drei Jahren strebten Richtung Litauen. Sie waren dabei ständig von Hungertod, Vergewaltigung und Mord durch Sowjetsoldaten und Plünderer bedroht. 

„Durch ihn und seine Frau Angelika bin ich nach meiner Wahl in den Landtag 2009 erstmals näher mit dem Schicksal der Wolfskinder in Berührung gekommen“, berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann, dem am Rande der Veranstaltung für sein Engagement im Zusammenhang mit den Wolfskindern die Goldene Ehrennadel des Bundes der Vertriebenen verliehen wurde.           (Zitat Strittmatter-Gymnasium)

Teresė Birutė Burauskaitė, die Generaldirektorin des Zentrums zur Erforschung von Genozid und Widerstand der Bevölkerung Litauens, berichtete u. a. wie sie durch Angelika und Olaf Pasenau auf die Schicksale der 25000 Kinder aufmerksam gemacht wurde und wie schwierig es für die Opfer war, über einen Teil ihrer Erlebnisse zu sprechen.

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Besonders hervorzuheben ist die musikalisch-theatralische Umrahmung von fünf Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klasse des Strittmatter-Gymnasiums in Gransee.

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Das Hintergrundbild auf der Monitorenwand zeigt übrigens ein Foto von  Arturas Valiauga (Litauen ), das Tor des Rittergutes Perkallen im Kreis Gumbinen.

Das Material für die Ausstellung haben das Museum für die Opfer des Genozids beim Zentrum für Erforschung von Genozid und Widerstand der litauischen Bevölkerung, das Hugo-Scheu-Museum, das Litauische Zentrale Staatsarchiv, das Litauische Sonderarchiv, das Bundesarchiv, die Landmannschaft Ostpreußen e. V., das Bildarchiv Ostpreußen sowie Privatarchive der Familien ehemaliger Wolfskinder beigesteuert. 

„Wolfskinder: Auf dem Brotweg von Ostpreußen nach Litauen 1945–1948“ ist bis 27.09.2018 bei freiem Eintritt montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr (außer an Feiertagen) im Landtag zu besichtigen. 

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Das Ostpreußische Landesmuseum teilt mit, dass eine neue Dauerausstellung am 26. August 2018 eröffnet wird.

Erste Entwürfe, wie es in der neuen Ausstellung aussehen könnte, liegen vor.

Carl Knauf. Licht über Sand und Haff

Das besondere Licht der Kurischen Nehrung zog von überall her die Maler ihrer Zeit an. Um die Jahrhundertwende entstand so die berühmte Künstlerkolonie Nidden, die für Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff oder Ernst Mollenhauer prägend werden sollte.

Carl Knauf

Carl Knauf, heute weniger bekannt, war seinerzeit einer der populärsten Maler in Nidden. Der aus Godesberg stammende Künstler hatte seine Ausbildung auf der Düsseldorfer Kunstakademie absolviert. Während seiner Militärzeit im ersten Weltkrieg entdeckte er das Memelland und die Kurische Nehrung für sich und blieb fortan in der Region sesshaft.

Seine Landschaftsdarstellungen waren für Einheimische und Besucher der Gegend offenbar der gültige Ausdruck dessen, was sie selbst auch gesehen und erlebt hatten. Kaum ein Maler hat in jener Zeit die Kurische Nehrung und das Memelland wohl so oft und in so vielfältigen Motiven gemalt wie Knauf. Von Reisen in den Süden, in die Alpen und nach Nordafrika, brachte er jedoch auch andere Bildeindrücke mit.

Der Maler hatte sich 1930 in Nidden, ganz in der Nähe des Sommersitzes von Thomas Mann, ein Haus erbaut, dass er bis zu seinem Tod im April 1944 bewohnte. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Fischerfriedhof in Nidden.

Mit Ende der Ausstellung über Carl Knauf am 7.4.2018 wird bis zur Wiedereröffnung am 26.8.2018 nur das Brauereimuseum geöffnet sein.

Ostpreußisches Landesmuseum, Heiligengeiststr. 38, D-21335 Lüneburg´

Tel.:  04131 75 99 512, Fax: 04131 75 99 511, Email: info@ol-lg.deInternet: www.ol-lg.de

 

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Denis Dunajewski „Die Garnison in Königsberg/Preußen 1255-1945“

Der Autor und Historiker Denis Dunajewski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadtmuseum von Kaliningrad und ein Kenner deutscher Militärgeschichte.

Sein Bildband umfasst sieben Jahrhunderte Königsberger Militärgeschichte (1255 bis 1945) und zeigt unveröffentlichte Bilder aus seiner Sammlung sowie anderen Privatsammlungen. Übungen, Paraden, Kasernenalltag und Uniformen, Blankwaffen, Rangabzeichen berühmter Regimenter wie von dem Grenadier-Regiment 1 Kronprinz, Kürassier-Regiment Graf Wrangel, Truppenteile der 1. Infanterie-Division der Wehrmacht und viele andere werden in Großformat und bester Qualität dargestellt.

– 384 Seiten, 633 Bilder, s/w und Farbe
– Format 23×30
– Deutsch und Russisch
– limitierte Auflage

Preis – 65,- EUR (inkl. Versand Inland)
Bestellung online über: garnisonkoenigsberg@gmail.com

Die Buchvorstellung am 07.04.18 war sehr gut besucht. Der Autor verstand es, seine Zuhörer mitzunehmen. Man beachte bitte, dass der russische Historiker die deutsche Sprache „sich selbst beigebracht hat“, wie der mit einladende Militärschriftsteller Volker Schobeß vom Arbeitskreis Militärgeschichte Potsdam in der Vorstellung betonte.

Volker Schobeß wies nebenbei darauf hin, dass sich ein Freundeskreis „Deutsch-russische Geschichtswerkstatt“ bilden möge.

In der anschliessenden Diskussion wurde durch Burckard Frank, Oberst a. D., angeregt, im Zusammenhang der Suche einer Potsdamer Partnerstadt den Gedanken einer Städtepartnerschaft mit Königsberg/Kaliningrad zur Realität zu verhelfen. Dieser Vorschlag wurde vom Teilnehmergremium mit großem Beifall begrüßt.

 

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Einladung

Landesgruppe – Einladung zur Rundreise „Die Burgen des Deutschen Ordens“ im Zusammenwirken mit der Urania Potsdam. Sie führt vom 17. bis 23. August durch Westpreußen und den heute polnischen Teil Ostpreußens auf den Spuren des Deutschen Ordens, entlang der von ihm gebauten Burgen und Schlösser und der von ihm inspirierten Bischofsburgen. Der Reiseverlauf: Nach der ersten von drei Übernachtungen in Thorn erreichen wir nach einem kleinen Spaziergang durch Kulm die Ordensschlösser Schwetz, Marienwerder und Rehden. Am dritten Tag besuchen wir die Marienburg, das Zisterzienserkloster in Pelplin (erstes und wichtigstes Zisterzienserkloster des östlichen Ostseeraumes) und die Ordensburg in Mewe.

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Klosterkirche Pelplin  Foto: Mikołaj Kirschke

Wir wechseln zum Hotel nach Allenstein (drei Übernachtungen) und sehen uns das Renaissanceschloss Gollub, die Burg in Neidenburg und die Gedenkorte um Hohenstein zur Schlacht von Tannenberg sowie das ethnographische Freilichtmuseum an. 

Die Bischofsburgen von Rößel und Heilsberg verdeutlichen eindrucksvoll den Einfluss der Deutsch-Ordens-Architektur auf kirchliche Residenzen, der Wallfahrtsort „Heilige Linde“ steht bis heute für die tiefe Religiosität der in der Region vormals und heute lebenden Menschen. Rastenburg, Rhein und Burg Allenstein zeigen das Erbe des Deutschen Ordens, bevor wir den siebten Tag nach einer Besichtigung der Erzkathedrale in Gnesen – mit der zweiflügeligen Bronzetür im Südportal (zirka 1160–1180) auf welcher das Martyrium des Heiligen Adalbert in Preußen mit 18 Reliefs darstellt ist – wieder nach Potsdam heimkehren.

Im April oder Mai wird die Urania einen für jedermann zugänglichen Einführungsvortrag veranstalten (Der Termin wird hier bekannt gegeben). Die Teilnahme an der Exkursion ist offen für alle. Sie sind herzlich eingeladen. Die Kosten betragen mit Frühbucherrabatt (bis 17. April) 959 Euro (Einzelzimmerzuschlag: 120 Euro). Nähere Informationen unter Urania Potsdam, Telefon (0331) 291741. 

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Busfahrt nach Lüneburg (bitte vormerken):

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer sowie Interessierte,

am 26. August 2018 eröffnet das Ostpreußische Landesmuseum nach der (viel zu lang empfundenen) Erweiterungs- und Umbauphase endlich wieder ihre Tore. 
Für Mitte September 2018 bereiten die LO-Landesgruppen Brandenburg und Berlin eine gemeinsame eintägige Busfahrt nach Lüneburg vor. Details werden zeitgerecht in der PAZ wie auch auf dieser Seite veröffentlicht. 

Ostpreußisches Landesmuseum

Heiligengeiststraße 38, 21335 Lüneburg

Tel. +49 (0)4131 75995-0
Fax: +49 (0)4131 75995-11
Email: info(at)ol-lg.de

Internet: www.ostpreussisches-landesmuseum.de

Direktor: Dr. Joachim Mähnert

Träger des Ostpreußischen Landesmuseums ist die:
Ostpreußische Kulturstiftung
Postfach 17
91791 Ellingen
Vorstandsvorsitzender: Rolf-Dieter Carl

 Das Ostpreußische Landesmuseum wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und aus Mitteln des Landes Niedersachsen.

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Auf Ostpreußisch

Zwei Hosen

Es war im Juni. Schwer hing inne Luft
Der Duft von Flieder und Rosen,
Und außerdem hingen im Wind aufe Lein
Zwei frisch gewaschene Hosen.

Das war nich schlimm, bloß, genauer bekickt,
War es doch e bißche verlänglich:
Die eine war kurz und aus rosa Satüng,
Die andere griesgrau und länglich.

Nu missden se, durche Maschien gedreht,
Man erst auf zu Haus sich besinnen:
Das Hos’che, das stammt aus Hildesheim,
Die Hos, die war aus Gumbinnen.

Da pusch das Hos’che sich auch all auf
Und kriegd direkt rundliche Backen,
Es runzeld dem Bund und fing foorts an,
Die griesgraue Hos zu besacken:

„Du plumper Kerl aus der Pollakei,
Sofort hast Du hier zu verschwinden!
Dein Anblick allein, das merkst Du wohl nicht,
Beleidigt man zartes Empfinden!“

Das fuhr die Gumbinner Hos im Gebein,
Und denn, mit Wind voll geladen,
Hold tief se von unten erst orndlich Luft
Und knalld empeert mitte Waden.

„Nu heer bloß auf, Du alte Kastroll,
Hier große Bogen zu spucken,
Sonst klatsch ich Dir eins aufe Karmenad,
Denn kannst vier Wochen nich hucken!“

Das -saß! Doch das Hos’che aus rosa Satüng,
Das tat nich weinen und jammern,
Es wolld bloß weg von dem graurigen Kerl
Und zodderd und rucksd anne Klammern.

Doch wie das Hos’che aus Hildesheim
Sich placken nu tat und zerracken,
Da kehrd de Hos aus Gumbinnen sich um
Und griend ieber sämtliche Backen.

Da kam e karäsiger Wind umme Eck
Und klatschd die zwei Hosen zusammen,
So daß se mit ein nu — wer hädd das gedacht! —
In Wonne und Seligkeit schwammen.

Vereinigt fier immer, so hielden se
Sich fest und eng nu umschlungen,
Und was vorher keiner fier meeglich hield,
Das hädd nu e Windstoß vollbrungen.

Dr. Alfred Lau

 

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